Stromwandler richtig auslegen

Für eine belastbare Auslegung von Stromwandlern sind vor allem Nennstrom, Sekundärstrom, Genauigkeitsklasse, Leistung (VA) und die reale Einbausituation entscheidend.

Checkliste

  1. Primärstrombereich der Anlage erfassen.
  2. Sekundärstrom passend zum Messgerät wählen.
  3. Genauigkeitsklasse nach Verwendungszweck bestimmen.
  4. Leistung (VA) inklusive Leitungslänge berechnen.
  5. Bauform nach Platz und Anschlussart festlegen.

Nennstrom und Übersetzungsverhältnis

Der Nennstrom des Stromwandlers wird anhand des maximalen Betriebsstroms der Anlage gewählt. Ein typischer Grundsatz: Der Nennstrom sollte zwischen 60 % und 120 % des realen Betriebsstroms liegen. Liegt die tatsächliche Last bei 160 A, ist ein Stromwandler mit 200/5 A eine sinnvolle Wahl. Ein 100/5-A-Wandler wäre hier dauerhaft überlastet, ein 400/5-A-Wandler würde im unteren Messbereich ungenau arbeiten.

Bürde (VA) richtig berechnen

Die Bürde beschreibt die elektrische Last auf der Sekundärseite des Stromwandlers — also den Scheinwiderstand aller angeschlossenen Messgeräte plus die Leitungsverluste. Typische Bemessungsleistungen liegen zwischen 2,5 VA und 30 VA. Wird die Bürde unterschätzt, verschlechtert sich die Messgenauigkeit. Grundregel: Sekundärleitung so kurz wie möglich halten und den Querschnitt ausreichend dimensionieren.

Einbausituation berücksichtigen

Neben elektrischen Parametern entscheidet die mechanische Einbausituation über die Wahl des passenden Stromwandlers. Aufsteckstromwandler benötigen ausreichend Platz auf der Stromschiene, Wickelstromwandler setzen eine definierte Leiterführung voraus, und klappbare Stromwandler eignen sich am besten bei Nachrüstungen ohne Leitungstrennung.

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