Schutzstromwandler richtig einsetzen

Schutzstromwandler werden für Schutzfunktionen eingesetzt und unterscheiden sich in den Anforderungen von klassischen Messstromwandlern. Die korrekte Auslegung ist entscheidend für ein stabiles Schutzkonzept.

Klasse 5P und 10P — was bedeutet das?

Schutzstromwandler werden nach IEC 61869 in Schutzklassen eingeteilt. Die Bezeichnung 5P10 bedeutet: Der Verbundfehler beträgt maximal 5 % beim 10-fachen Nennstrom (Genauigkeitsgrenzfaktor ALF = 10). Bei 10P10 sind es ± 10 %. Je höher der ALF-Wert, desto weiter reicht die lineare Übertragung bei Kurzschlussströmen — entscheidend für die korrekte Auslösung von Überstromschutzrelais.

Unterschied zum Messstromwandler

Messstromwandler sind darauf optimiert, im Bereich von 5–120 % des Nennstroms möglichst genau zu arbeiten. Bei Überströmen sättigen sie bewusst, um nachgeschaltete Geräte zu schützen. Schutzstromwandler hingegen müssen auch bei vielfachem Nennstrom noch ein verwertbares Signal liefern, damit Schutzrelais den Fehlerstrom erkennen und auslösen können. Beide Typen dürfen nicht verwechselt werden.

Worauf achten

  • Schutzfunktion und Auslösekriterien sauber definieren.
  • Wandlerkennwerte auf Schutzgeräte abstimmen.
  • Einbaulage und Verdrahtung eindeutig dokumentieren.
  • ALF-Wert passend zum maximalen Kurzschlussstrom wählen.

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Zur Themenübersicht: Stromwandler und Messtechnik.